Steinhaus zeigt Dokumentarfilm über Thomas Brasch
Das Kino im Bautzener Steinhaus zeigt am Mittwoch, den 11. Januar um 20 Uhr den Dokumentarfilm „Brasch - Das Wünschen und das Fürchten“ von Christoph Rüter über den Autor und Filmemacher Thomas Brasch. Künstler oder Krimineller – für Brasch gab es nichts dazwischen. Er war ein leidenschaftlicher und charismatischer, ein aggressiver Dichter und Filmemacher. Der Konflikt war sein Leben, der Schmerz sein Auge, die Wunde der Kontakt zur Außenwelt. Seine Theaterstücke, darunter „Lovely Rita“, „Lieber Georg“ oder „Rotter“, prägten die Literatur der DDR ebenso wie die der BRD. Als Wegbegleiter von Heiner Müller und Matthias Langhoff, als Lebensgefährte von Katharina Thalbach ist er aus der deutsch-deutschen Theaterszene nicht wegzudenken. In „Brasch“ erzählt sein Freund und Kollege Christoph Rüter von der Begegnung dieses rastlosen Schriftstellers mit sich selbst. An den Spreeufern Berlins und in Braschs Wohnung voller Bücher, Musik und Zigaretten entdeckt er einen ruhelosen Menschen, den man nicht beherrschen, dem man sich nur aussetzen kann. „Brasch“ ist ein aufwühlender und sinnlicher Film, ein einmaliger Einblick in das faszinierende Schriftstellerleben eines Berühmt-Berüchtigten, der sich nie damit zufrieden gab, dass die Welt so ist wie sie ist.
Wegen dem beginnenden Umzug des Steinhauses in das Übergangsquartier an der Albert-Schweitzer-Straße und dem damit verbundenen technischen Rückbau kann das Steinhaus-Kino bis Mitte Februar seine Filme nur von DVD zeigen. Der zeitweise Verzicht auf die ratternden „TK 35“ Kinoprojektoren bedeutet gleichzeitig auch eine große Einschränkung im Programm. So wird in der Zeit bis zum Umzug an der Steinstraße kein aktuelles Programmkino mit Spielfilmen gezeigt, sondern ausschließlich aktuelle Dokumentarfilme. Der Eintrittspreis und der Spieltag, immer mittwochs um 20 Uhr, bleiben wie gehabt.


