Das iranische Drama „Nader und Simin – Eine Trennung“ wurde auf der Berlinale 2011 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. (Fotos: Alamode Filmverleih)


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Dienstag, 6. Dezember 2011

Iranisches Drama im Steinhaus-Kino

Das Kino im Bautzener Steinhaus zeigt am Mittwoch, den 14. Dezember um 20 Uhr das Drama „Nader und Simin – Eine Trennung“ von Asghar Farhadi. Meisterhaft und emotional erzählt der iranische Regisseur – festgemacht an einer ganz privaten Situation – wie Menschen in einer unfreien Gesellschaft leben.

Nader und Simin sitzen vor dem Scheidungsrichter. Dabei wird schnell klar, dass sich die beiden lieben, es sind nur die Umstände, die sie auseinander treiben. Simin will die Scheidung, um mit ihrer Tochter das Land zu verlassen. Nader weigert sich mitzugehen, er möchte seinen an Alzheimer leidenden Vater nicht zurücklassen. Als der Richter die Scheidung verwehrt, zieht Simin schweren Herzens zurück zu ihren Eltern. Nader engagiert für die Pflege seines Vaters die junge Mutter Razieh. Doch Razieh arbeitet ohne Erlaubnis ihres jähzornigen und hoch verschuldeten Ehemannes – und sie erwartet ein weiteres Kind. Mit der Pflege des verwirrten Vaters ist sie schon bald überfordert. Eines Tages bindet sie den alten Mann ans Bett und verlässt die Wohnung. Als Nader seinen bewusstlosen Vater findet, stößt er Razieh wütend aus der Wohnung. Am nächsten Tag erfährt Nader, dass Razieh bei dem Sturz ihr Kind verloren hat. Wusste er, dass sie schwanger war? Sagt Razieh die volle Wahrheit? Ein Netz aus Lügen, Angst und Beschuldigungen spinnt sich unentrinnbar um alle Beteiligten.

„Nader und Simin – Eine Trennung“ zeigt das Schicksal von zwei Familien im Iran – die eine aus dem modernen Mittelstand, die andere aus streng gläubigen, ärmeren Verhältnissen – bei einer aufreibenden Suche nach den vielen Gesichtern der Wahrheit. Dabei ist der Film kein politisches Pamphlet, sondern eine einfühlsam erzählte Geschichte, die mit dokumentarischer Wahrhaftigkeit und zutiefst menschlicher Eindringlichkeit und einem Ensemble großartiger Schauspieler mitten ins Herz zielt, und weit über die Grenzen des Iran hinaus strahlt. Auf der Berlinale 2011 gewann das vielschichtige Drama den Goldenen Bären sowie zwei Silberne Bären und wurde von Presse wie Publikum euphorisch umjubelt.