FINISSAGE: Koloniale Landschaft

Ausstellungsabschluss mit Künstler:innengesprächen

„Koloniale Landschaft“ ist ein Ausstellungsprojekt in dem sich fünf ukrainische Künstler:innen mit dem Thema Kolonialismus in seinen historischen, politischen, ökologischen, sozialen und emotionalen Aspekten auseinandersetzen. Mit Mitteln der Malerei, der Fotografie und mit Fotocollagen zeigen sie vor allem „koloniale Landschaften“. Zur Finissage ist eine Gesprächsrunde mit beteiligten Künstler:innen geplant über ihre Erfahrung mit dem gegenwärtigen Kolonialismus und der Situation von Künstlern in Zeiten des Krieges. Durch die emotionale Herangehensweise bietet die Kunst eine fühlbare Ebene für die abstrakten Begriffe „Krieg“ und „Kolonialismus“, deren Wirkung ja weit über die Grenzen der Ukraine hinaus auch auf den Alltag hierzulande Einfluss haben. Denn auf der anderen Seite sind auch „Freiheit“, „Liebe“, „Demokratie“ abstrakte Begriffe, die täglich neu mit Leben erfüllt werden wollen. Allzu oft werden sie als selbstverständlich angesehen und ihr wahrer Wert erst erkannt, wenn sie in Gefahr sind.

Kolonialismus ist ein uraltes Phänomen auf unserem Planeten, das der menschlichen Natur und der Natur im Allgemeinen eigen ist. In erster Linie verbinden wir mit dem Begriff „Kolonialismus“ die Eroberung von Lebensräumen, Territorien, Raum und Humanressourcen. Heute ist es jedoch auch ein versteckter, kompromissloser Kampf um die Unterwerfung des Verstandes und der Emotionen der Menschen. Wir können auch von Informations- und Technologiekolonialismus sprechen. Die sogenannte Post-Wahrheit, die unaufhörlich aus den Informationsnetzen strömt, gleicht einem digitalen Regenguss, vor dem kein Regenschirm schützen kann. Darüber hinaus werden jeden Tag mehr und mehr Menschen durch künstliche Intelligenz kolonisiert. Und dann gibt es noch die Idee der Kolonisierung des Mondes oder des Mars? Alle europäischen Länder waren in ihrer Geschichte auf die eine oder andere Weise mit Kolonialismus konfrontiert. Doch aufgrund Russlands Krieges ist das Thema Kolonialismus – und damit auch die Dekolonisierung – in der Ukraine heute von besonderer Aktualität. Der Angriffskrieg ist eine Folge nicht aufgearbeiteter Kolonialisierungen aus der Vergangenheit und deshalb ist es so wichtig, koloniale Überlagerungen zu erkennen und zu beseitigen. Das Ergebnis des Krieges wird die europäische Landschaft – sowohl die natürliche als auch die politische – unmittelbar prägen, wenn nicht sogar radikal verändern. Diese brutale, unmenschliche Form der Kolonisierung stellt eine große Gefahr für die Demokratie, nicht nur in der Ukraine, sondern in Europa insgesamt dar. 




Es ist sehr wichtig, dass die Dekolonisierung in jeder Hinsicht auf der Achtung der irdischen und menschlichen Natur basiert. Die Sichtweise der Künstler:innen ist wichtig und besonders, denn Kunst ist nicht didaktisch, sondern wirkt auf Emotionen. Und die Kunst ist in der Lage, nicht nur vergangene Einflüsse zu beleuchten, sondern auch ihre zukünftigen Bilder zu projizieren. Als Warnung, Hoffnung oder Illusion?


Teilnehmende Künstler:innen: 
Mykola Dzhychka
Rostyslav Koterlin
Dmytro Petryna
Yulia Petryna
Anatoliy Zvizhynsky



Anmerkung: Die im Verein Kultur Aktiv e.V in Dresden angegliederte Galerie nEUROPA führt seit mehr als zehn Jahren verschiedene Projekte mit Künstler:innen aus dem Umfeld des Kultur- und Kunstraums „Underground Passage Vagabundo“ in Iwano-Frankiwsk durch, sowohl in Dresden und Iwano Frankiwsk.

Einlass ab 18:00 Uhr
Gespräch ab 18:30 Uhr
Eintritt frei. Spenden sind willkommen!

Datum & Uhrzeit
Montag
11. Mai 2026
18:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Ort

Steinhaus e. V.

Galerie Obergeschoss
Steinstraße 37
02625 Bautzen
Deutschland
03591 531 99 66
steinhaus@steinhaus-bautzen.de
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Verstanstalter

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