Wer hat Angst vorm Düsterwald?

In dem sparten-übergreifenden Kunstprojekt „Düsterwald“ haben wir mit insgesamt 37 teilnehmenden Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren und 11 professionellen Workshop-Leitern, ein etwa 45-minütiges Bühnenstück aus Tanz, Theater und Live-Musik auf die Beine gestellt, vor Eltern und Bekannten der TeilnehmerInnen öffentlich zur Aufführung gebracht und audiovisuell aufgezeichnet.

In den zweiwöchigen Workshops in den Sparten Musik (live Band mit Gitarre, Bass, Percussion, Klavier, Ukulele, Xylophon, Samplepad und Teufelsgeige), Tanz, Schauspiel/Theater, Licht-/Tontechnik (Grundlagen, Recording, Sampling) und Kulissenbau bekamen die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, sowohl in den einzelnen Gewerken handwerkliche Fähigkeiten auszubauen, als auch bei der Erarbeitung des Stücks selbst mitzuwirken.

Zunächst hatte unser Stück mit dem Namen "Düsterwald" einen vorgefertigten Rahmen. Die Story entspricht in etwa einer jugendfreien Version des Klassikers "The Village" und wurde von 2 der Dozenten im Vorfeld entwickelt. Einzelne Schlüsselmomente des Stücks wurden jedoch offen gelassen und erst im Verlauf der Workshops mit den Jugendlichen gemeinsam gestaltet, sodass die TeilnehmerInnen den Verlauf der Handlung selbst kreativ mitdenken und mitgestalten konnten. Die Arbeit am Stück erfuhr in den beiden Projektwochen eine Zweiteilung. In der ersten Woche ging es vor allem um das Erlernen und Einüben handwerklicher Fähigkeiten in den einzelnen Kunstsparten. So wurden in den einzelnen Gewerken anhand des Stücks Grundprinzipien des instrumentalen sowie szenischen Spiels (Musik und Schauspiel) bzw. Grundlagen der körperlichen Bewegung (Tanz) und Grundlagen der Bühnengestaltung und technischen Begleitung eines Bühnenstückes (Licht-/Tontechnik, Kulissenbau) vermittelt. Dabei sollte der Fokus nicht so sehr auf der Arbeit am Stück selbst, sondern auf den individuellen Fähigkeiten der TeilnehmerInnen liegen, auf denen aufbauend dann Grundkenntnisse vermittelt werden können. Ebenfalls in der ersten Woche, fanden die Mitgestaltungselemente bezüglich der Handlung des Stückes statt. Zusammen in der Gruppe wurden hier die Ideen und Anregungen der Jugendlichen zusammengeführt und in das Stück eingearbeitet. Dies betraf, neben der Arbeit am Storyboard, vor allem den Kulissenbau-Workshop, dessen Teilnehmer ein Bühnenbild, Kostüme und Gadgets erarbeiten sollten.

Das Wochenende nutzen wir für etwas Abwechslung und lösten uns von der Einteilung in Gewerke und Sparten ein wenig ab. Im Rahmen eines Instrumentenbauworkshops mit dem Namen "M3" (Müll Macht Musik) stellten wir den Teilnehmern gesammelte Alltags-Materialien zur Verfügung, woraus durch kreative Ideen Instrumente für das Bühnenstück entstehen sollten. Im Ergebnis entstanden neben recht einfachen Percussioninstrumenten wie Shaker oder Klangkörper zum Draufschlagen eine einzigartige Teufelsgeige und ein Glockenspiel in C-Dur (Gläser + Wasser + stundenlanges Füllhöhe-bestimmen). Nebenbei hatten die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, sich aus Gipsbinden eigene Masken für die Bühne zu bauen. Da hier die Kreativität im Bereich der Modulation und farblichen Gestaltung keine Grenzen kannte, wurde bis in die Abendstunden fleißig gebaut, gebastelt und gestaltet.Am Sonntag wurde ein Soundsample für eine Gewitterszene mit allen Teilnehmern gemeinsam erstellt. Dabei versammelten sich alle auf der Bühne, durch choreographiertes Händereiben, Schnipsen, Klatschen und Stampfen entstand schließlich eine Regenkulisse mit auf- und abklingendem Donner und Groll. Die Teilnehmer des Tontechnikworkshops zeichneten audiovisuell auf und bearbeiteten die Aufnahmen anschließend zum fertigen Sample.

Die zweite Woche wurde fast ausschließlich zum Proben des Stückes auf der Bühne genutzt. Letzte Feinheiten wurden abgestimmt, die Techniker richteten Licht und Ton ein, der Kulissenbauworkshop vervollständigte die letzten Requisiten und kümmerte sich um das Bühnenmanagement, Schauspieler, Tänzer und Musiker spielten bis alles saß. Am Samstag zeichneten wir das Stück gemeinsam mit einem professionellen Videoteam Szene für Szene auf. Dabei machten unsere TeilnehmerInnen, welche zum Großteil durch vorherige Projekte durchaus an den Auftritt vor Publikum "gewohnt" waren, gleich eine ganz neue Erfahrung - Das Bewegen und Agieren vor Kameras. Letztendlich verlief dieses Unterfangen überraschend reibungslos. Am letzten Tag wurde das Stück dann live vor ca. 100 Eltern und Angehörigen der TeilnehmerInnen aufgeführt und die harte Arbeit schließlich mit grenzenloser Begeisterung seitens des Publikums und der Workshopleiter belohnt.

Impressionen

POP II GO Sommercamp DÜSTERWALD

Artwork by SafArtifex

Kontakt und Ansprechpartner

Alexander Noack
Steinhaus e.V. Bautzen
E-Mail: alexander.noack@steinhaus-bautzen.de
Telefon: +49 3591 531 99 72

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Programm "POP II GO - unterwegs im Leben"

ist ein Programm des

gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung durch das Programm

Die Regionalpartner in den Ländern bilden lokale Bündnisse und führen Maßnahmen im Rahmen des Programmes POPIIGO durch. Das Projekt YOUR TUNE ist eine Maßnahme des Bündnis Bautzen Budyšin